Delegiertenversammlung schadet mit der Abwahl von Stephan Hilsberg der SPD

Zur Abwahl von Stephan Hilsberg erklärt Markus Meckel, MdB, Folgendes:

Gestern hat die SPD-Delegiertenversammlung des Wahlkreises Elbe-Elster/Oberspreewald-Lausitz II ihren Kandidaten für die Bundestagswahl 2009 bestimmt. Überraschenderweise entschied sie sich gegen ihren sie seit 1990 — seit der deutschen Vereinigung — vertretenden Bundestagsabgeordneten Stephan Hilsberg.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Delegiertenversammlung mit der Abwahl von Stephan Hilsberg einen der kompetentesten SPD-Politiker Ostdeutschlands ins Aus geschickt hat und damit auf seine breite Erfahrung in der Bundespolitik verzichtet.

Offensichtlich ist dabei kein Bewusstsein vorhanden für den historischen Symbolwert, den eine solche Entscheidung 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution bedeutet. Stephan Hilsberg war der 1. Sprecher, d. h. der Vorsitzende der 1989 noch unter der kommunistischen Diktatur neugegründeten SDP in der DDR. Damit ist er für viele eine Symbolfigur für Freiheit und Demokratie.

Gerade in dieser Hinsicht ist er von großer Bedeutung für die Auseinandersetzungen des Wahlkampfes, die uns im nächsten Jahr bevorstehen. Wer steht auch heute noch mehr für den demokratischen Neuanfang in Ostdeutschland, für Glaubwürdigkeit und Mut, für Engagement und Kompetenz in der Vertretung ostdeutscher Interessen sowie für langjährige Erfahrung und Anerkennung in bundespolitischer Arbeit als Stephan Hilsberg?

Die SPD-Delegiertenversammlung dieses Wahlkreises hat mit dem Verzicht auf seine Nominierung ihrer eigenen Partei deutlichen Schaden zugefügt!

16. Dezember 2008