Krzysztof Skubiszewski hat sich nicht nur um Polen, sondern auch um Deutschland verdient gemacht

Der erste polnische Außenminister des demokratischen Polen an der Seite von Tadeusz Mazowiecki, Krzysztof Skubiszewski, ist tot. Er hat in dieser konstituierenden Phase der polnischen Außenpolitik nicht nur die Formulierung von der deutsch-polnischen Interessengemeinschaft geprägt, sondern er wurde auch zu ihrem Architekten. Ich bin ihm als Außenminister der DDR zuerst begegnet und habe ihn hoch schätzen gelernt, denn er verstand die Vertretung polnischer Interessen nicht als gegen jemanden gerichtet, sondern integrativ. Mit Recht war er überzeugt, dass die Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze auch für Deutschland gut ist. Mit dem von ihm ausgehandelten Nachbarschaftsvertrag hat er wesentliche Grundlagen gelegt für die so fruchtbare Zusammenarbeit der letzten beiden Jahrzehnte. Das von Krzysztof Skubiszewski und Hans-Dietrich Genscher erfundene “Weimarer Dreieck”, das von der Bundesregierung neu ausgefüllt werden will, muss nach seiner damals sehr wichtigen symbolischen Bedeutung zu einem operativen Instrument für europäische Initiativen weiter entwickelt werden.

08. Februar 2010