Streit um Steinbach beendet – Ergebnis ambivalent

Der Bundesregierung ist es gelungen, die deutsch-polnischen Beziehungen kurzfristig vom Damoklesschwert der Personalie Erika Steinbach zu befreien. Das ist positiv zu bewerten. Gleichzeitig hat sie das Deutsche Historische Museum und sein unselbständige Stiftung “Flucht – Vertreibung – Versöhnung” mit einer schweren Hypothek belastet. Mit der deutlichen Erhöhung der Sitze des BdV im Rat dieser Stiftung wird diese sich in Zukunft dem Verdacht ausgesetzt sehen, seine Arbeit und die künftige ständige Ausstellung nach politischen Vorgaben und denen des BdV zu gestalten. Damit aber wäre ihre Seriosität dahin!

Für die Zukunft wird es für diese Stiftung wichtig sein, ihre Entscheidungen und inhaltlichen Vorbereitungen völlig transparent und vor den Augen der Öffentlichkeit zu gestalten. Seriosität und Anerkennung wird diese Stiftung nur erlangen, wenn sie kontinuierlich internatioale Wissenschaftler, nicht zuletzt aus Polen und Tschechien,  beteiligt und sich dem internationalen Diskurs stellt. Lange schon wartet die Öffentlichkeit vergeblich auf den angekündigten internationalen Workshop mit Experten, bei welchem Vorschläge und Kriterien für die künftige Ausstellung und Arbeit  dargestellt und diskutiert werden sollte.

13. Februar 2010