Stiftung “Flucht-Vertreibung-Versöhnung” braucht Neuanfang

Nach dem polnischen Historiker Szarota haben nun zwei weitere Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats ihren Rücktritt erklärt, die renommierte tschechische Wissenschaftlerin Kristina Kaiserová sowie die deutsche Publizistin Helga Hirsch. Ihre sehr unterschiedlichen Begründungen machen deutlich, dass die Leitung der Stiftung es nicht vemocht hat, die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats zu integrieren und einen sachlichen Diskurs für eine gemeinsame Konzeption zu initiieren. Die seit zwei Jahren geplante internationale Konferenz mit Wissenschaftlern, die dazu eingeladen werden sollten, ihre Vorschläge und Kriterien für ein solches Projekt vorzustellen, hat bis heute nicht stattgefunden. Die Versuche von Frau Steinbach und des BdV, die Stiftung als ihr eigenes Projekt hinzustellen, hat vermutlich nicht unwesentlich zu den jetzigen Blockaden geführt.

Ein Neuanfang auf der Grundlage und im Geist des von der Großen Koalition beschlossenen Gesetzes ist notwendig. Ein solches Projekt kann nur gelingen, wenn sowohl die Politik wie auch der BdV sich daran halten, keine inhaltlichen Vorgaben zu machen, sondern die inhaltliche Gestaltung den Fachleuten überlassen. Das Versteckspiel muss aufhören. Öffentlichkeit und  eine integrierende Kommunikation mit allen Interessierten sind dringend erforderlich.  Hier ist höchste Professionalität gefragt, dazu internationale Anerkennung und Beteiligung und absolute Transparenz.

Soll diese Stiftung noch eine Chance haben, ist entschlossenes Handeln gefragt.

11. März 2010