Wir verlieren mit Vaclav Havel die zentrale Symbolfigur für den Sieg von Freiheit und Demokratie im Zentrum Europas 1989/90
Vaclav Havel lebt nicht mehr. Wir trauern um einen großen Europäer, der in ganz besonderer Weise Moral, Streben nach Wahrheit und Politik miteinander verbunden hat.
Seit Charta 77 war sein Name in den oppositionellen Kreisen und Gruppen der DDR bekannt. Mehrfach haben wir uns in den folgenden Jahren für ihn als politischen Gefangenen eingesetzt und seine Freiheit gefordert. Durch die Samtene Revolution wurde er Präsident der Tschechoslowakei, später der Tschechischen Republik. Für die ganze Welt repräsentierte er den Sieg von Freiheit und Demokratie im kommunistischen Osten Europas.
Bis zuletzt hat er sich für ein stärkeres Eintreten für Menschenrechte eingesetzt und dafür, dass Zivilgesellschaft und demokratische Opposition in autoritären Staaten von der EU klarer unterstützt werden. So forderten wir gemeinsam schon vor Jahren eine Europäische Demokratiestiftung und gründeten, als dies nicht gelang, in Brüssel die “European Partnership for Democracy”. Der polnische Außenminister Sikorski nahm diese Idee Anfang des Jahres wieder auf und die polnische EU-Präsidentschaft brachte sie voran. Wenn Deutschland den bisherigen Widerstand dagegen aufgibt und die EU in diesem Jahr eine “European Endownment for Democracy” gründet, ist dies auch die Erfüllung eines Vermächtnisses von Vaclav Havel!
