Außenminister a.D. und Mitglied des Deutschen Bundestages von 1990 bis 2009
Senior Associate Fellow der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)

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Checkpoint Charlie: Fachwissenschaftler und Museumsexperten votieren für einen zeitnahen Museumsbau

07.08.2018

Der Verein Zentrum Kalter Krieg begrüßt den städtebauchen Arbeitsprozess, mit erfahrenen Architekturbüros die bestmögliche Gestalt für den Eingang zur südlichen Friedrichstadt unter Berücksichtigung der besonderen zeitgeschichtlichen Bedeutung dieses Ortes zu finden und im Rahmen eines Wettbewerbes zeitnah zu realisieren. Dazu sind die Anregungen sinnvoll, die sich aus dem öffentlichen Beteiligungsverfahren ergeben haben.

Prof. Konrad Jarausch (USA, u.a. ehem. Direktor des Potsdamer Zentrums Zeithistorische Forschung): „Es muss aber das Ziel bleiben, eine ebenso städtebaulich befriedigende wie auch wirtschaftliche Lösung zu finden, die eine wahrnehmbare Präsenz und die Arbeitsfähigkeit des künftigen Museums am Standort sicherstellt.“

Einen öffentlichen Ankauf der Grundstücke und eine völlige Neuplanung für den Standort lehnt der Verein entschieden ab, da dadurch der allseits als unbefriedigend empfundene derzeitige Zustand am Checkpoint Charlie aller Erfahrung nach für mindestens 10 weitere Jahre mit ungewissem Ausgang erhalten bliebe.

Der Verein setzt sich für eine zügige Realisierung des neuen Museums am Checkpoint Charlie ein. Das vom Senat und vom Abgeordnetenhaus beschlossene Museum soll die internationalen Aspekte der Berliner Mauer im weltweiten Kalten Krieg darstellen. Der Zusammenschluss internationaler Fachwissenschaftler und Museumsexperten stützt sich dabei auf das "Gesamtkonzept Berliner Mauer", das unter der politischen Verantwortung von Senator Thomas Flierl von einer interdiziplinären Arbeitsgruppe erarbeitet und nach intensiver öffentlicher Diskussion am 20. Juni 2006 vom Senat verabschiedet wurde. Zahlreiche führende Politiker und Wissenschaftler aus Europa und den USA, darunter das International Cold War Projekt der Woodrew-Wilson Foumdation, hatten die Gründung eines solchen Museums befürwortet (siehe Anlage). Unter Mitwirkung der Denkmalpflege sah das Senatskonzept ein Museum in einem privatwirtschaftlich betriebenen Bauprojekt als Blockrandbebauung vor. Ein Ankauf des Kontrollpunktgeländes in der Friedrichstraße für einen dreistelligen Millionenbetrag (nur für den Vorplatz des ehemaligen Kontrollpunktes) hatten Senat und Abgeordnetenhaus damals wie heute ausgeschlossen.

Eine rasche Umsetzung der Museumsplanung am Checkpoint scheiterte jedoch an der ausbleibenden Realisierung des Bauprojekts durch die wechselnden Investoren.

Rainer E. Klemke (Vereinsvorsitzender und Autor des Gesamtkonzepts Berliner Mauer): „Erst die derzeitig agierende Trockland-Gruppe mit dem renommierten Museumsbauteam Graft-Architekten konnte nach intensiven Verhandlungen mit dem Senat erstmals räumliche und finanzielle Bedingungen für ein Museum anbieten, die es der Stiftung Berliner Mauer ermöglicht, den verwahrlosten Ort öffentlich-rechtlich und wissenschaftlich fundiert zu bespielen und damit den aus aller Welt anreisenden Besucher*innen erstmals ein Angebot auf internationalem Niveau zu machen.“

Der Verein regt an, den gesamten Einzugsbereich des weitläufigen ehemaligen Grenzübergangs Friedrichstraße bis weit in die anliegenden Straßen hinein farblich flächig zu markieren und mit Hinweisen und Grundrissen zur Nutzung des Kontrollpunktes nach dem Vorbild der Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße und des Platzes des 9. November zu versehen. In Kombination mit digitalen Visualisierungen des ehemaligen Kontrollpunktes einschließlich eventuell noch zu ergrabender Spuren könnte so die Geschichte des Ortes lebendig im öffentlichen Raum präsentiert werden. Die entscheidende Voraussetzung hierfür ist die Schaffung eines neuen Museums zur Geschichte des Kalten Krieges am historischen Ort.

Markus Meckel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Zentrum Kalter Krieg", unterstützt diesen Aufruf.

Hier finden Sie eine Übersicht weiterer Unterstützer.

Hier finden Sie den Unterstützerbrief des amerikanischen Außenministers a.D. Jamer Baker III.