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	<title>Markus Meckel &#187; Dokumentation</title>
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	<description>/ Außenminister a.D. / MdB 1990 - 2009</description>
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		<title>20 Jahre Zugang zu den Akten der Staatssicherheit &#8211; F&#252;r eine tragf&#228;hige Zukunft dieses Zugangs</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 12:21:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[	Im Dezember 2011 ist das Stasiunterlagengesetz 20 Jahre nach Bestehen der Beh&#246;rde f&#252;r die Unterlagen der Staatssicherheit erneut novelliert worden. Alle fr&#252;heren Novellierungen waren im partei&#252;bergreifenden Konsens geschehen, diesmal geschah es im heftigen Streit.  Zwar ist das f&#252;r den normalen Gesetzgebungsvorgang im Parlament nichts besonderes, aber f&#252;r diese Beh&#246;rde und ihre gesellschaftliche Akzeptanz schon.
	Markus Meckel (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Im Dezember 2011 ist das Stasiunterlagengesetz 20 Jahre nach Bestehen der Beh&#246;rde f&#252;r die Unterlagen der Staatssicherheit erneut novelliert worden. Alle fr&#252;heren Novellierungen waren im partei&#252;bergreifenden Konsens geschehen, diesmal geschah es im heftigen Streit.  Zwar ist das f&#252;r den normalen Gesetzgebungsvorgang im Parlament nichts besonderes, aber f&#252;r diese Beh&#246;rde und ihre gesellschaftliche Akzeptanz schon.</p>
	<p>Markus Meckel und J&#246;rn Mothes &#8211; beide Mitglieder des Beirats der Beh&#246;rde des Bundesbeauftragten f&#252;r die Unterlagen der Staatssicherheit (BStU)  &#8211; fordern eine breite gesellschaftliche Debatte &#252;ber die Zukunft der BStU:</p>
	<p><a href="http://markus-meckel.de/wp-content/uploads/2012/01/Thesen-zur-Zukunft-der-BStU-Jan2012.pdf">Thesen zur Zukunft der BStU Jan2012</a>
</p>
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		<title>Trauer um Jiri Grusa</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 23:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[	Am Freitag, den 28. Oktober 2011, ist Jiri Grusa von einer schweren Herzoperation nicht wieder aufgewacht. Sein Tod hat mich schwer ersch&#252;ttert. Mit ihm habe ich einen Freund verloren. Zuletzt waren wir im vergangenen August in Bratislava zusammen &#8211; bei der Sitzung des Kuratoriums des Europ&#228;ischen Netzwerkes Erinnerung und Solidarit&#228;t, zu dem er geh&#246;rte, um (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Am Freitag, den 28. Oktober 2011, ist Jiri Grusa von einer schweren Herzoperation nicht wieder aufgewacht. Sein Tod hat mich schwer ersch&#252;ttert. Mit ihm habe ich einen Freund verloren. Zuletzt waren wir im vergangenen August in Bratislava zusammen &#8211; bei der Sitzung des Kuratoriums des Europ&#228;ischen Netzwerkes Erinnerung und Solidarit&#228;t, zu dem er geh&#246;rte, um aus der Geschichte erwachsende Spannungen zwischen V&#246;lkern durch bewusstes &#246;ffentliches und grenz&#252;berschreitendes Bearbeiten zu mindern und Vers&#246;hnung zu erm&#246;glichen.</p>
	<p>Mit Jiri Grusa ist nicht nur ein Freund, sondern auch ein gro&#223;er Tscheche und Europ&#228;er von uns gegangen, ein Dichter und Schriftsteller von europ&#228;ischem Rang. Schon fr&#252;h stand er f&#252;r seine kritischen und freiheitlichen Positionen ein und musste manche Repression und ein Berufsverbot erleiden. Schlie&#223;lich rettete er sich ins Exil.</p>
	<p>Nach der samtenen Revolution in der CSSR wurde er f&#252;r sein Land Botschafter in Deutschland, sp&#228;ter in &#214;sterreich. Dort leitete er dann auch als erster Ausl&#228;nder die traditionsreiche Diplomatische Akademie Wien. Bis zu seinem Tode war er Pr&#228;sident des Internationalen P.E.N.-Clubs.</p>
	<p>Bis in die letzten Tage hat Jiri Grusa geschrieben. Da er teils auf tschechisch und auf deutsch schrieb, wird es nun eine wichtige Aufgabe sein, eine Werkausgabe in beiden Sprachen zu erstellen, damit sein reichhaltiges Werk, das f&#252;r Mitteleuropa von gro&#223;er Bedeutung ist, mehr und mehr zug&#228;nglich wird.
</p>
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		<title>Mit der Enthaltung im Sicherheitsrat verliert Deutschland seine au&#223;enpolitische Orientierung und isoliert sich</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 11:23:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[	Es hat lange, es hat zu lange gedauerte, bis die internationale Staatengemeinschaft sich endlich entschlossen hat, den bedr&#228;ngten um Freiheit k&#228;mpfenden Aufst&#228;ndischen zu Hilfe zu eilen. Gaddafi f&#252;hrt einen blutigen und grausamen Krieg gegen seine eigene muslimische Bev&#246;lkerung &#8211; und wir haben lange zugeschaut und uns mit hehren Worten solidarisch erkl&#228;rt. Dabei tat schnelles Handeln (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Es hat lange, es hat zu lange gedauerte, bis die internationale Staatengemeinschaft sich endlich entschlossen hat, den bedr&#228;ngten um Freiheit k&#228;mpfenden Aufst&#228;ndischen zu Hilfe zu eilen. Gaddafi f&#252;hrt einen blutigen und grausamen Krieg gegen seine eigene muslimische Bev&#246;lkerung &#8211; und wir haben lange zugeschaut und uns mit hehren Worten solidarisch erkl&#228;rt. Dabei tat schnelles Handeln not! Hier ging es nicht um das Eingreifen des Westens gegen ein muslimisches Land, sondern um Hilfe f&#252;r eine von Krieg und Vernichtung bedrohte muslimische Bev&#246;lkerung, die um Freiheit k&#228;mpft. Dass Deutschland sich hier enthalten hat, kann nur als Verlust der au&#223;enpolitischen Orientierung interpretiert werden. Ein klares Ja an der Seite der europ&#228;ischen Staaten und Verb&#252;ndeten in der Nato w&#228;re notwendig gewesen, unabh&#228;ngig davon, in welcher Weise man sich an diesem Einsatz beteiligt.</p>
	<p>Nun ist das Durchsetzen einer Flugverbotszone m&#246;glich geworden. Wichtig war hierf&#252;r die Beteiligung arabischer Staaten! Es war richtig, dass mit der Implementierung durch Frankreich, Gro&#223;britannien und die USA schnell begonnen wurde. Aber es ist unakzeptabel, dass Frankreich glaubt, die F&#252;hrung behalten zu m&#252;ssen, hier geht es um Wichtigeres als innenpolitisches Geltungsstreben! Die F&#252;hrung sollte von der NATO &#252;bernommen werden, die allein das koh&#228;rent kann! Wenn die T&#252;rkei sich Sorgen um die Zivilbev&#246;lkerung macht, ist das verst&#228;ndlich &#8211; doch muss diese Sorge gerade zur Unterst&#252;tzung eines schnellen Eingreifens f&#252;hren, denn er dient gerade dazu, die libysche Bev&#246;lkerung vor ihrem eigenen Diktator zu sch&#252;tzen. Nat&#252;rlich wird es in diesem Einsatz auch darum gehen m&#252;ssen, die Zahl der zivilen Opfer m&#246;glichst gering zu halten. Gerade deshalb aber ist Eile geboten!</p>
	<p>&#220;ber den milit&#228;rischen Einsatz hinaus liegt die eigentliche Aufgabe f&#252;r uns aber in der Zukunft. Ein Libyen  nach Gaddafi wird unsere Unterst&#252;tzung in allen Bereichen brauchen &#8211; politisch, wirtschaftlich, beim Aufbau staatlicher Strukturen, bei der Ausbildung und vielem mehr. In besonderer Weise wichtig ist hier der Marktzugang in die EU! Darauf muss sich die EU schon heute vorbereiten, f&#252;r Libyen wie f&#252;r den Norden Afrikas, wo Menschen ihre Diktatoren zum Teufel gejagt haben &#8211; und nun nicht allein gelassen werden d&#252;rfen.</p>
	<p>DAS SCHLIESST EIN, DASS EUROPA AUCH MIT DEM FL&#220;CHTLINGSPROBLEM IN ANDERER WEISE UMGEHEN MUSS, ALS WIR ES AUCH BEI TUNESIEN WIEDER BESCH&#196;MT ERLEBEN MUSSTEN!</p>
	<p>Europa muss  hier einen neuen und umfassenden Ansatz entwickeln, um diesen Gesellschaften Wege in eine neue Zukunft zu erm&#246;glichen.
</p>
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		<title>F&#246;rderverein f&#252;r ein &#8220;Zentrum Kalter Krieg&#8221; am Checkpont Charlie gegr&#252;ndet</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Nov 2010 13:15:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[	Zur Darstellung und Erforschung der Geschichte des Kalten Krieges wurde am 5. November 2010 ein Verein gegr&#252;ndet, der sich vor allem aus namhaften Wissenschaftlern und Ausstellungsexperten im Bereich Zeitgeschichte zusammensetzt. Diesem F&#246;rderverein zugordnet ist ein internationaler wissenschaftlicher Beirat mit Fachwissenschaftlern aus Ost und West, der die Aufbauarbeit des geplanten Museums begleitet und sp&#228;ter als wissenschaftlicher (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Zur Darstellung und Erforschung der Geschichte des Kalten Krieges wurde am 5. November 2010 ein Verein gegr&#252;ndet, der sich vor allem aus namhaften Wissenschaftlern und Ausstellungsexperten im Bereich Zeitgeschichte zusammensetzt. Diesem F&#246;rderverein zugordnet ist ein internationaler wissenschaftlicher Beirat mit Fachwissenschaftlern aus Ost und West, der die Aufbauarbeit des geplanten Museums begleitet und sp&#228;ter als wissenschaftlicher Beirat des Museums wirken soll.  Vorsitzender des Vereins wurde der Zeithistoriker Prof. Dr. Konrad Jarausch. Markus Meckel, der schon vor zwei Jahren einen internationalen Unterst&#252;tzungsaufruf f&#252;r dieses Projekt initiiert hatte, ist Mitglied des F&#246;rdervereins.</p>
	<p><strong><a href="http://markus-meckel.de/wp-content/uploads/2010/11/Pressemiteilung-F&#246;rderverein-Zentrum-Kalter-Krieg.pdf">Pressemiteilung zur Gr&#252;ndung des F&#246;rdervereins </a></strong>
</p>
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		<title>Chodorkowski-Prozess ist Test f&#252;r Moskaus Modernisierungsbereitschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 20:43:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Meldungen]]></category>

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		<description><![CDATA[	Das Schlusspl&#228;doyer Chodorkowskis hat es noch einmal auf den Punkt gebracht: Es liegt nun in der Hand des Richters, mit einem Freispruch alle Versuche der Kriminalisierung Chodorkowskis vom Tisch zu wischen &#8211; oder sich dem Wunsch Putins zu beugen, der einen m&#246;glichen demokratischen Konkurrenten ausschalten will. Es ist gut, dass Bundesau&#223;enminister Westerwelle gegen&#252;ber Au&#223;enminister Lawrow (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Das Schlusspl&#228;doyer Chodorkowskis hat es noch einmal auf den Punkt gebracht: Es liegt nun in der Hand des Richters, mit einem Freispruch alle Versuche der Kriminalisierung Chodorkowskis vom Tisch zu wischen &#8211; oder sich dem Wunsch Putins zu beugen, der einen m&#246;glichen demokratischen Konkurrenten ausschalten will. Es ist gut, dass Bundesau&#223;enminister Westerwelle gegen&#252;ber Au&#223;enminister Lawrow auf die Bedeutung dieses Falles hingewiesen hat, wie zuvor schon die Bundeskanzlerin und der Bundespr&#228;sident gegen&#252;ber Pr&#228;sident Medwedjew. Ru&#223;land braucht, um sich modernisieren zu k&#246;nnen und den Status des Rohstofflieferanten zu &#252;berwinden, eine unabh&#228;ngige Justiz, einen entwickelten Rechtstaat. Das Urteil im Fall Chodorkowski wird deutlich machen, ob Ru&#223;land sich auf diesen Weg macht &#8211; oder immer mehr in alte Verh&#228;ltnisse zur&#252;ckf&#228;llt und seine Zukunft verliert.</p>
	<p>Siehe auch die Berliner Erkl&#228;rung vom Oktober 2010:</p>
	<p><a href="http://markus-meckel.de/wp-content/uploads/2010/11/Amnesty_Berliner-Erkl&#228;rung_Chodorkowski_27-10-10-.pdf">Amnesty_Berliner Erkl&#228;rung_Chodorkowski_27 10 10</a></p>
	<p><a href="http://markus-meckel.de/wp-content/uploads/2010/11/Amnesty_Berliner-Erkl&#228;rung_Chodorkowski_Erstunterzeichner_.pdf">Amnesty_Berliner Erkl&#228;rung_Chodorkowski_Erstunterzeichner_</a>
</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Initiative f&#252;r die Wahl von Joachim Gauck zum Bundespr&#228;sidenten</title>
		<link>http://markus-meckel.de/2010/06/initiative-fuer-die-wahl-von-joachim-gauck-zum-bundespraesidenten/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 06:06:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>

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		<description><![CDATA[	Keiner verk&#246;rpert den Geist der Freiheit mehr als Joachim Gauck. Er ist Vers&#246;hner, Einheitsstifter und Mahner und wurde zu einer pr&#228;genden Gestalt der deutschen Politik. Joachim Gauck hat als Vordenker eine Kultur der Aufkl&#228;rung und Aufarbeitung geschaffen, die zum Vorbild f&#252;r die Aufarbeitung von Diktatur und Unrecht in vielen L&#228;ndern geworden ist. Er kann treffend (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Keiner verk&#246;rpert den Geist der Freiheit mehr als Joachim Gauck. Er ist Vers&#246;hner, Einheitsstifter und Mahner und wurde zu einer pr&#228;genden Gestalt der deutschen Politik. Joachim Gauck hat als Vordenker eine Kultur der Aufkl&#228;rung und Aufarbeitung geschaffen, die zum Vorbild f&#252;r die Aufarbeitung von Diktatur und Unrecht in vielen L&#228;ndern geworden ist. Er kann treffend erkl&#228;ren, wie kostbar Freiheit und Demokratie trotz Finanzkrise sind. Gauck ist eine Leitfigur der DDR-Opposition, sein Name moralische Instanz. Der von ihm in den 1990-er Jahre geleitete gesellschaftliche Reinigungsprozess sucht seines Gleichen in unserer Geschichte. Joachim Gauck ist ein &#252;berzeugter Demokrat, der nicht im Verdacht steht, sich politisch instrumentalisieren zu lassen. Joachim Gauck hat sich Achtung und Respekt in ganz Deutschland verdient, er ist ein Mann des Wortes, mit gro&#223;er politischer Erfahrung, der es ausgezeichnet versteht bei Konflikten zu vermitteln. Deshalb unterst&#252;tzen wir die Wahl von Joachim Gauck zum Bundespr&#228;sidenten.</p>
	<p><strong>Erstunterzeichner Stand 09.06.2010:</strong></p>
	<p>1. Edda Ahrberg , Cobbel</p>
	<p>2. Christine Alder-B&#228;cher, Jena</p>
	<p>3. Heinz B&#228;cher, Jena</p>
	<p>4. Nikolaus Becker, Berlin</p>
	<p>5. Johannes Beleites, Nottleben</p>
	<p>6. Andreas Bertram, K&#246;nigshain</p>
	<p>7. Stephan Bickhardt, Markkleeberg</p>
	<p>8. Anett Dachtler, Weil am Rhein</p>
	<p>9. Christian Dietrich, Nohra/Weimar</p>
	<p>10. Bernd Eisenfeld, Berlin</p>
	<p>11. Renate Ellmenreich, Mainz</p>
	<p>12. Siegmar Faust, Berlin</p>
	<p>13. G&#252;nther Faustmann, Kroppen</p>
	<p>14. Christa Faustmann, Kroppen</p>
	<p>15. Hans-J&#252;rgen Fischbeck, Grimnitz</p>
	<p>16. Hans-Friedrich Fischer, Leipzig</p>
	<p>17. Hans-Joachim F&#246;ller, Meiningen</p>
	<p>18. Katharina Gajdukowa, Marburg</p>
	<p>19. Kerstin Gierke, Berlin</p>
	<p>20. Joachim Goertz, Berlin</p>
	<p>21. Christian Halbrock, Rostock/Berlin</p>
	<p>22. Katrin Hattenhauer, Berlin</p>
	<p>23. Sven Hauptstock, Jena</p>
	<p>24. Gerold Hildebrand, Berlin</p>
	<p>25. Matthias Hinkel, Leipzig</p>
	<p>26. Ralf Hirsch, Berlin</p>
	<p>27. Dorothea H&#246;ck, Erfurt</p>
	<p>28. Tobias Hollitzer, Leipzig</p>
	<p>29. Michael Hugo, Rostock</p>
	<p>30. Martin Jankowski, Berlin</p>
	<p>31. Gisela Kallenbach, Leipzig</p>
	<p>32. Stephan Krawczyk, Berlin</p>
	<p>33. Uwe Koch , Magdeburg</p>
	<p>34. Fred Kowasch, K&#246;ln</p>
	<p>35. Ilko-Sascha Kowalczuk, Berlin</p>
	<p>36. Holger Kulick, Berlin</p>
	<p>37. Brigitte Lampe, Rothenburg</p>
	<p>38. Henry Leide, Cammin</p>
	<p>39. Silke Leide, Cammin</p>
	<p>40. Katharina Lenski, Jena</p>
	<p>41. Marko Martin, Berlin</p>
	<p>42. J&#252;rgen Maruhn, Gauting</p>
	<p>43. Claudia-Maria Maruschke, Erfurt</p>
	<p>44. Markus Meckel, Berlin</p>
	<p>45. Georg Meusel, Werdau</p>
	<p>46. Ralf-Dieter Montag-Girmes, Leipzig</p>
	<p>47. Petra Morawe, Berlin</p>
	<p>48. Rainer M&#252;ller, Leipzig</p>
	<p>49. Bernd Oehler, Mei&#223;en</p>
	<p>50. Gesine Oltmanns, Leipzig</p>
	<p>51. Henning Pietzsch, Jena</p>
	<p>52.. Frank P&#246;rner, Leipzig</p>
	<p>53. Arno Polzin, Berlin</p>
	<p>54. Gerd Poppe, Berlin</p>
	<p>55. Gerald Praschl, Berlin</p>
	<p>56. Siegfried Reiprich, Dresden</p>
	<p>57. Christine Reiprich, Dresden</p>
	<p>58. Heike Richter, Leipzig</p>
	<p>59. Frank Richter, Leipzig</p>
	<p>60. Lothar Rochau, Halle</p>
	<p>60. Thomas Rudolph, Leipzig</p>
	<p>61. Hartmut R&#252;ffert, Borna</p>
	<p>62. Christian Sachse, Berlin</p>
	<p>63. Siegbert Schefke, Leipzig</p>
	<p>64. Regina Schild, Leipzig</p>
	<p>65. Michaele Sch&#246;n, Berlin</p>
	<p>66. Andreas Sch&#246;nfelder, Gro&#223;hennerdorf</p>
	<p>67. Andreas Steinbruecker, B&#252;hl</p>
	<p>68. Werner Schulz, Berlin</p>
	<p>69. Uwe Schwabe, Leipzig</p>
	<p>70. Uwe Tellkamp, Dresden</p>
	<p>71. Manfred Wagner, Rudolstadt</p>
	<p>72. Christiane Wei&#223;gerber-Illgen, Leipzig</p>
	<p>73. Gunter Wei&#223;gerber, Leipzig</p>
	<p>74. Christoph Wonneberger, Leipzig</p>
	<p>75. Matthias Voigt, Berlin</p>
	<p>76. Evelyn Zupke, Berlin/ Winsen</p>
	<p><strong>Unterzeichner: ab 10.06.2010</strong></p>
	<p>77. Elisabeth B&#228;cher, Jena</p>
	<p>78. Rainer Baake, Berlin</p>
	<p>79. Gabriel Berger, Berlin</p>
	<p>80. Kalle Bohley, Halle</p>
	<p>81. Karsten D&#252;mmel</p>
	<p>82. Konrad Felber, Dresden</p>
	<p>83. Rainer Fornahl, Leipzig</p>
	<p>84. Ines Geipel, Leipzig</p>
	<p>85. Friedemann Gehrt, Radebeul</p>
	<p>86. Hans-J&#252;rgen Grasemann,</p>
	<p>87. Heinz-Gerhard Greve, Karlsruhe</p>
	<p>88. Ralph Gr&#252;neberger, Leipzig</p>
	<p>89. Sverre Gutschmidt, Hamburg</p>
	<p>90. Kerstin Herrlich,</p>
	<p>91. Ralf Hirsch, Berlin</p>
	<p>92. Hans Jaeckel, Thale</p>
	<p>93. Karin Kipke, Werdau</p>
	<p>94. Michael Kleim, Gera</p>
	<p>95. Oliver Kloss, Leipzig</p>
	<p>96. Steffen K&#252;hhirt, Gro&#223; Tessin</p>
	<p>97. Vera Lengsfeld, Berlin</p>
	<p>98. Kathrin Mahler-Walther, Berlin</p>
	<p>99. Ludwig Mehlhorn, Berlin</p>
	<p>100. Thomas Ney, Berlin</p>
	<p>101. Andreas Petersen, Berlin</p>
	<p>102. Henning Pietzsch, Jena</p>
	<p>103. Christina Poneleit, Jena</p>
	<p>104. R&#252;diger Portius, Berlin</p>
	<p>105. Lutz Rathenow, Berlin</p>
	<p>106. Salli Sallmann, Berlin</p>
	<p>107. Ulrich Schacht, F&#246;rsl&#246;v (Schweden)</p>
	<p>108. Stefanie Schacht, F&#246;rsl&#246;v (Schweden)</p>
	<p>109. Constanze Schacht, Hamburg</p>
	<p>110. Kerstin Tober, Berlin</p>
	<p>111. Wendelgard Trampota, Hamburg</p>
	<p>112. Katrin Vogel, Dormagen</p>
	<p>113. Sarah Vogel, Dormagen
</p>
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		<title>Gespr&#228;chskreis Neue Mitte</title>
		<link>http://markus-meckel.de/2009/07/gespraechskreis-neue-mitte/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 08:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[1999 habe ich gemeinsam mit anderen ostdeutschen SPD-Fraktionskollegen den “Gespr&#228;chskreis Neue Mitte” gegr&#252;ndet. Ziel dieses Gespr&#228;chskreises ist es, das sozialdemokratische Profil der SPD insbesondere in Ostdeutschland zu erhalten und zu st&#228;rken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p style="text-align: left;">Der &#8220;Gespr&#228;chskreis Neue Mitte&#8221; konstituierte sich Anfang 1999. Das Ziel: die innerparteiliche Meinungsbildung zu Grundsatzfragen einer sozialdemokratischen Politik der Neuen Mitte f&#246;rdern und auf diese Weise dazu beitragen, die Mehrheitsf&#228;higkeit sozialdemokratischer Politik insbesondere in Ostdeutschland zu erhalten und zu st&#228;rken.</p>
	<p style="text-align: left;">In den Jahren 1999 bis 2005 arbeitete der Gespr&#228;chskreis Neue Mitte. Die Mitglieder des Gespr&#228;chskreises waren in              erster Linie Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion. Wir besch&#228;ftigten uns insbesondere mit Fragen des Aufbaus Ost. So f&#252;hrten wir intensive Diskussionen mit              hochrangigen Vertretern aus den Ministerien oder auch mit dem              Unternehmerberater Roland Berger. Auch die Auseinandersetzung mit der PDS war im Gespr&#228;chskreis Neue Mitte ein wichtiges Thema f&#252;r uns.</p>
	<p style="text-align: left;">→ Selbstverst&#228;ndnis des Gespr&#228;chskreises Neue Mitte, Juni 1999 [<a title="Selbstverst&#228;ndnis des Gespr&#228;chskreises Neue Mitte - Link &#246;ffnet in neuem Fenster" href="http://markus-meckel.de/wp-content/uploads/2009/07/selbsverstaendnis_gk_neue_mitte.pdf" target="_blank">pdf, 49.90 kB</a>]</p>
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		<title>Stiftung &#8220;Flucht, Vertreibung, Vers&#246;hnung&#8221;</title>
		<link>http://markus-meckel.de/2009/01/stiftung-flucht-vertreibung-versoehnung/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 18:54:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>

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		<description><![CDATA[	Die Frage, wie in Deutschland an die Vertreibungen erinnert werden soll, hat nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch im Gespr&#228;ch mit den Nachbarn — insbesondere mit Polen — immer wieder zu heftigem Streit gef&#252;hrt. W&#228;hrend die CDU/CSU lange das vom Bund der Vertriebenen geforderte &#8220;Zentrum gegenVertreibungen&#8221; schaffen wollten, machte die SPD deutlich, dass mit ihr (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Die Frage, wie in Deutschland an die Vertreibungen erinnert werden soll, hat nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch im Gespr&#228;ch mit den Nachbarn — insbesondere mit Polen — immer wieder zu heftigem Streit gef&#252;hrt. W&#228;hrend die CDU/CSU lange das vom Bund der Vertriebenen geforderte &#8220;Zentrum gegenVertreibungen&#8221; schaffen wollten, machte die SPD deutlich, dass mit ihr ein solches nicht zu machen sei. Ihrer Auffassung nach muss die Erinnerung an Flucht und Vertreibung im Dialog mit den europ&#228;ischen Nachbarn geschehen.</p>
	<p>Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vom 11. November 2005 wurden die zwischen Union und SPD bestehenden unterschiedlichen Positionen im folgenden Kompromiss zusammengef&#252;hrt:</p>
	<blockquote><p>&#8220;Die Koalition bekennt sich zur gesellschaftlichen wie historischen Aufarbeitung von Zwangsmigration, Flucht und Vertreibung. Wir wollen im Geiste der Vers&#246;hnung auch in Berlin ein sichtbares Zeichen setzen, um — in Verbindung mit dem Europ&#228;ischen Netzwerk Erinnerung und Solidarit&#228;t &#252;ber die bisher beteiligten L&#228;nder Polen, Ungarn und Slowakei hinaus — an das Unrecht von Vertreibungen zu erinnern und Vertreibung f&#252;r immer zu &#228;chten.&#8221;</p></blockquote>
	<p>Im Fr&#252;hjahr 2008 einigte sich das Bundeskabinett auf die Einrichtung einer Ausstellungs- und Dokumentationsst&#228;tte. Daraufhin beschloss der Deutsche Bundestag im Dezember 2008 das Gesetz zur Errichtung einer Stiftung &#8220;Deutsches Historisches Museum&#8221;, unter deren Dach eine unselbstst&#228;ndige Stiftung &#8220;Flucht, Vertreibung, Vers&#246;hnung&#8221; entsteht. Im Berliner Deutschlandhaus am Anhalter Bahnhof soll nun eine Ausstellungs- und Dokumentationsst&#228;tte errichtet werden, in der Flucht und Vertreibungen in ihrem historischen Kontext dargestellt werden. Die Inhalte werden unter Beteiligung von polnischen und anderen internationalen Wissenschaftlern erarbeitet werden — f&#252;r eine Umsetzung im Geiste der Vers&#246;hnung und der nachbarschaftlichen Verst&#228;ndigung ist dies unerl&#228;sslich.</p>
	<p>Literaturhinweis:</p>
	<ul>
	<li>Troebst, Stefan (Hrsg.): <em>Vertreibungsdiskurs und Europ&#228;ische Erinnerungskultur. Deutsch-polnische Initiativen zur Institutionalisierung. Eine Dokumentation </em>(=Ver&#246;ffentlichungen der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V., Band 11), Osnabr&#252;ck: fibre Verlag, 2006.</li>
	</ul>
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		<title>Dokumentation: Vorschlag zur Schaffung eines Europ&#228;ischen Zentrums gegen Vertreibungen</title>
		<link>http://markus-meckel.de/2005/07/dokumentation-vorschlag-zur-schaffung-eines-europaeischen-zentrums-gegen-vertreibungen/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Jul 2005 09:22:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katharina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>

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		<description><![CDATA[	Europ&#228;isches Netzwerk gegen Vertreibungen
	 
	Seit dem Ende des Kommunismus und den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien erf&#228;hrt die Geschichte der Vertreibungen in Europa wieder eine gesteigerte &#246;ffentliche Aufmerksamkeit. Zahlreiche Publikationen, internationale Symposien und Konferenzen widmen sich diesem Thema, ein wachsendes Bed&#252;rfnis der Bev&#246;lkerung nach Aufkl&#228;rung und Aufarbeitung der europ&#228;ischen Vertreibungsgeschichte l&#228;sst sich beobachten. Dies gilt nicht (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>Europ&#228;isches Netzwerk gegen Vertreibungen</strong></p>
	<p><strong> </strong></p>
	<p>Seit dem Ende des Kommunismus und den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien erf&#228;hrt die Geschichte der Vertreibungen in Europa wieder eine gesteigerte &#246;ffentliche Aufmerksamkeit. Zahlreiche Publikationen, internationale Symposien und Konferenzen widmen sich diesem Thema, ein wachsendes Bed&#252;rfnis der Bev&#246;lkerung nach Aufkl&#228;rung und Aufarbeitung der europ&#228;ischen Vertreibungsgeschichte l&#228;sst sich beobachten. Dies gilt nicht nur f&#252;r Deutschland, sondern auch f&#252;r andere europ&#228;ische Staaten, insbesondere in Ostmittel- und Osteuropa.</p>
	<p>F&#252;r den Historiker Norman Naimark ist die europ&#228;ische Geschichte des 20. Jahrhunderts die Geschichte von Vertreibungen. Besonders durch den vom verbrecherischen Nazi-Regime entfesselten 2. Weltkrieg und in seiner Folge wurden viele Millionen Menschen vertrieben und deportiert. Erst j&#252;ngst wurden im ehemaligen Jugoslawien weit mehr als eine Million Menschen wegen ihrer ethnischen oder religi&#246;sen Zugeh&#246;rigkeit vertrieben oder ermordet, die Politik der so genannten „ethnischen S&#228;uberung“ hat uns&#228;glich viel Leid &#252;ber die Bev&#246;lkerung gebracht. Das Elend dieser Ereignisse ist heute noch sp&#252;rbar, hunderttausende von Fl&#252;chtlingen warten auf die R&#252;ckkehr in ihre teilweise zerst&#246;rte Heimat.</p>
	<p>Zwar wurden Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen von Diktatoren wie Hitler und Stalin und j&#252;ngst von Slobodan Milosevic angeordnet. Aber auch Demokraten, wie Churchill und Roosevelt, akzeptierten, dass durch ethnische Homogenisierung politische Stabilit&#228;t geschaffen werden sollte. Das lehnt die internationale Gemeinschaft heute ab. Gerade die furchtbaren Ereignisse im ehemaligen Jugoslawien haben den internationalen Konsens gest&#228;rkt, ethnische S&#228;uberungen nicht zu akzeptieren. Der Wille, dass so etwas nie wieder geschehen darf, ist heute international verbreitet.</p>
	<p>In vielen Regionen Europas wirken Vertreibungen, ethnische S&#228;uberungen, Deportationen und Zwangsumsiedlungen heute noch nach. In Mitteleuropa gilt dies besonders f&#252;r die durch den 2. Weltkrieg verursachten Vertreibungen. Insbesondere im deutsch-polnischen Verh&#228;ltnis ist es in den letzten beiden Jahren wegen dieser Geschichte und trotz einer sehr intensiven Vers&#246;hnungsphase seit den Umbr&#252;chen 1989/90 zu Irritationen gekommen. Im Sommer 2004 forderte bspw. der polnische Sejm die Regierung auf, mit Deutschland Gespr&#228;che &#252;ber Reparationen zu f&#252;hren. Auch sind die deutsch-tschechischen Beziehungen wegen der so genannten Beneš-Dekrete, welche die Vertreibung und Umsiedlung der Sudetendeutschen legitimierten, in den letzten Jahren immer wieder belastet worden. Dies wirkte sich sogar auf die Beitrittsprozess der Tschechischen Republik und Polens zu Europ&#228;ischen Union aus. Auch das Europ&#228;ische Parlament hatte sich dieser Problematik zugewandt.</p>
	<p>Aber auch in anderen Teilen Europas spielt die Vergangenheit und Vertreibungen von Menschen von Haus und Hof eine wichtige Rollen in den bilateralen Beziehungen. Dies gilt zum Beispiel f&#252;r das t&#252;rkisch-armenische oder das polnisch- ukrainische Verh&#228;ltnis oder die Beziehungen vieler ehemaliger Sowjetrepubliken zum heutigen Russland.</p>
	<p>Das Thema der Vertreibungen und Zwangsaussiedlungen ist mit vielen Emotionen behaftet und wird immer wieder Misstrauen wecken, solange wir es nicht gemeinsam, in Offenheit und unter Beachtung der jeweiligen Kontexte und Ursachen bearbeiten. Hier muss politisch etwas geschehen! In der Auseinandersetzung z.B. mit der Geschichte des Totalitarismus des 20. Jahrhunderts ist dies anders. Obwohl hier noch viel getan werden muss, so gr&#252;ndet sich nach dem Fall des Kommunismus das gemeinsame politische Selbstverst&#228;ndnis in Deutschland und Ostmitteleuropa auf einem antitotalit&#228;ren Konsens. Dar&#252;ber gibt es keinen Streit. Wenn es uns jedoch gel&#228;nge, nicht nur insbesondere den Zweiten Weltkrieg und die Massenvernichtungen der Nationalsozialisten, sondern auch die Vertreibungsgeschichte Europas gemeinsam aufzuarbeiten, ohne sie gegen den anderen auszuspielen, dann w&#228;re dies ein gro&#223;er Schritt in unsere gemeinsame Zukunft.</p>
	<p>Wichtige Voraussetzung f&#252;r das Gelingen solcher gemeinsamer Bem&#252;hungen ist, dass dieser Prozess nicht mit politischen Forderungen und Bedingungen belastet wird. Dies w&#252;rde den mit der &#246;ffentlichen Diskussion verbundenen gesellschaftlichen Heilungsprozess nicht nur st&#246;ren, sondern zerst&#246;ren.</p>
	<p><strong>II. Ausgangspunkt der Diskussion in Deutschland und Polen</strong></p>
	<p>Seit geraumer Zeit wird insbesondere in Deutschland und seinen &#246;stlichen Nachbarl&#228;ndern &#252;ber das Projekt „<a href="http://www.z-g-v.de/">Zentrum gegen Vertreibungen</a>“ des Bund der Vertriebenen (BdV) diskutiert. Im Jahr 2000 hat der BdV in Deutschland diese gleichnamige Stiftung gegr&#252;ndet, durch welche in Berlin ein Zentrum als Museum, Mahnmal und Forschungsst&#228;tte in erster Linie f&#252;r die deutschen Vertriebenen errichtet werden soll. In Wechselausstellungen soll auch auf andere Vertreibungen des 20. Jahrhunderts verwiesen werden.</p>
	<p>Der Deutsche Bundestag hat im Mai 2002 dieses Projekt abgelehnt und beschlossen, das Thema der Vertreibungen grunds&#228;tzlicher zu bearbeiten und einen europ&#228;ischen Dialog mit den europ&#228;ischen Nachbarn dar&#252;ber anzuregen. Ziel sollte sein, eine gemeinsame Konzeption f&#252;r ein “Europ&#228;isches Zentrum gegen Vertreibungen” zu erarbeiten.</p>
	<p>Um diesen grenz&#252;berschreitenden Dialog zu bef&#246;rdern, initiierte ich ein Jahr sp&#228;ter im Juli 2003 nach dem Abschluss der Verhandlungen zur Erweiterung der Europ&#228;ischen Union einen Aufruf „Gemeinsame Erinnerung als Schritt in die Zukunft. F&#252;r ein Europ&#228;isches Zentrum gegen Vertreibungen, Zwangsaussiedlungen und Deportationen – Geschichte in Europa gemeinsam aufarbeiten“. Dieser Aufruf haben mehr als 120 Pers&#246;nlichkeiten aus Deutschland, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarn unterschrieben, darunter viele hervorragende Wissenschaftler, die sowohl in Deutschland wie in den Nachbarl&#228;ndern zum Thema der Vertreibungen arbeiten. Der Aufruf hat eine lebhafte &#246;ffentliche Debatte in verschiedenen betroffenen L&#228;ndern ausgel&#246;st.</p>
	<p>Die beeindruckende Liste der Unterzeichner zeigte zweierlei:</p>
	<p>Es gibt eine Bereitschaft vieler in Politik und Gesellschaft, in Deutschland wie bei den europ&#228;ischen Nachbarn, diese unsere schwierige Geschichte gemeinsam zu bearbeiten, es besteht eine realistische M&#246;glichkeit, eine gemeinsame Konzeption f&#252;r ein solches “Europ&#228;isches Zentrum gegen Vertreibungen” zu erarbeiten.</p>
	<p>Die Notwendigkeit, Vertreibungen auf europ&#228;ischer Ebene gemeinsam zu bearbeiten ist mittlerweile auf zahlreichen wissenschaftlichen Konferenzen und Workshops deutlich best&#228;tigt worden. In der Tat gibt es viele wissenschaftliche und gesellschaftliche Initiativen in diesem Bereich. Nur beispielhaft sei hier auf die deutsch-polnische sowie die deutsch-tschechisch-slowakische Historikerkommission verwiesen, die Polnische Robert-Schuman Stiftung, das Deutsche Polen-Institut, den deutsch-tschechischen Zukunftsfonds oder das „Collegium Bohemicum“ in Aussig und zahlreiche weitere regionale und lokale Akteure. Diese Liste lie&#223;e sich leicht erweitern.</p>
	<p>Zwar ist die wissenschaftliche Forschung &#252;ber die Vertreibungsgeschichte des 20. Jahrhunderts international relativ gut vernetzt. Ihre Ergebnisse und Erkenntnisse sind jedoch gesellschaftlich nicht pr&#228;sent und verarbeitet, schon gar nicht &#252;ber nationale Grenzen hinweg.</p>
	<p><strong>III. Politische Initiativen auf europ&#228;ischer Ebene</strong></p>
	<p>Die Diskussionen wurden nicht nur in der &#214;ffentlichkeit, sondern auch auf politischer Ebene gef&#252;hrt. Zu nennen sind hier drei Initiativen:</p>
	<p>1. die „Danziger Erkl&#228;rung“ von Bundespr&#228;sident Johannes Rau und der polnische Staatspr&#228;sident, Aleksandre Kwasniewski vom 29. Oktober 2003;</p>
	<p>2. die Gespr&#228;che auf der Ebene der Kulturminister Deutschlands, Polens, Tschechiens, &#214;sterreichs, der Slowakei und Ungarns im „Viségrad+2-Format“ &#252;ber ein „Europ&#228;isches Netzwerk Erinnerung und Solidarit&#228;t“;</p>
	<p>3. die Aktivit&#228;ten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, insb. des Ausschusses f&#252;r Migration, Fl&#252;chtlinge und Bev&#246;lkerung</p>
	<p>Bundespr&#228;sident Johannes Rau und der polnische Staatspr&#228;sident, Aleksander Kwasniewski haben die Europ&#228;er in ihrer Danziger Erkl&#228;rung vom 29. Oktober 2003 dazu aufgefordert, alle F&#228;lle von Umsiedlung, Flucht und Vertreibung, die sich im 20. Jahrhundert in Europa ereignet haben, gemeinsam zu dokumentieren, um ihre Ursachen, ihre historischen Hintergr&#252;nde und ihre vielf&#228;ltigen Konsequenzen f&#252;r die &#214;ffentlichkeit verst&#228;ndlich zu machen: „Wir rufen dazu auf, einen solchen aufrichtigen europ&#228;ischen Dialog &#252;ber diese wichtige Frage, die unsere Vergangenheit und unsere gemeinsame Zukunft betrifft, zu f&#252;hren, und erwarten, dass hoch angesehene Pers&#246;nlichkeiten, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft ihren Beitrag dazu leisten werden. Sie sollten auch Empfehlungen formulieren, in welchen Formen und Strukturen dieser Prozess einer europ&#228;ischen Bestandsaufnahme und Dokumentation durchgef&#252;hrt werden kann.“</p>
	<p>In diesem Kontext hat die deutsche Kulturministerin, Christina Weiss, von der Notwendigkeit der Vernetzung bestehender Initiativen und Institutionen gesprochen, die grenz&#252;berschreitend zu dem Thema Vertreibungen arbeiten. Diese &#220;berlegung aufgreifend habe ich im Januar 2004 den Vorschlag gemacht, ein „Europ&#228;isches Netzwerk gegen Vertreibungen“ zu gr&#252;nden.</p>
	<p>Dieser Vorschlag wurde auf Initiative der deutschen Kulturministerin im „Visegrad+2-Format“ verfolgt. Nach einem ersten Treffen im April 2004 auf Ebene der Kulturminister und weiteren Expertentreffen wurde vereinbart, ein „Europ&#228;isches Netzwerk Erinnerung und Solidarit&#228;t“ zu errichten. Der polnischen Kulturminister hat vorgeschlagen, in Warschau ein internationales Sekretariat als zentrale Koordinierungsstelle einzurichten. Das Netzwerk soll f&#252;r die Beteiligung weiterer L&#228;nder grunds&#228;tzlich offen bleiben. Thematisch soll sich das Netzwerk – so insbesondere der Wunsch der polnischen und der tschechischen Seite – nicht nur mit dem Thema der Vertreibungen befassen, sondern auch mit den Folgen totalit&#228;rer Diktaturen, dem Leiden der Zivilbev&#246;lkerung als Opfer von Kriegen und nationalistisch, rassistisch und ideologisch motivierter Repression.</p>
	<p>Die Gespr&#228;che &#252;ber Inhalt und Format dieses Netzwerkes dauern momentan noch an. Es wird angestrebt, noch in diesem Jahr das „Netzwerk“ zu errichten. Auf der Ebene des Europarates befasst sich die Parlamentarische Versammlung bzw. ihr Ausschuss f&#252;r Migration, Fl&#252;chtlinge und Bev&#246;lkerung mit dem Thema der Vertreibungen. Ausgangspunkt ist der Antrag („Motion“) des polnischen Abgeordneten Bogdan Klich von Januar 2004, der sich f&#252;r die Errichtung eines „Zentrums des Gedenkens der europ&#228;ischen V&#246;lker unter den Auspizien des Europarates“ ausspricht. In diesem Antrag, der fast gleich lautend auch Beschlusslage des polnischen Sejms vom Dezember 2003 ist, wird angeregt, sich inhaltlich mit den Folgen des Totalitarismus im 20. Jahrhundert zu befassen.</p>
	<p>Dieser Antrag ist vom Ausschuss f&#252;r Migration, Fl&#252;chtlinge und Bev&#246;lkerung aufgegriffen worden; der schwedische Abgeordnete Mats Einarsson verfasst hierzu einen Bericht, es hat ein Hearing des Ausschusses mit Experten im April 2004 gegeben. Die heutige Veranstaltung wird hoffentlich in wichtigen Punkten zu weiteren Fortschritten f&#252;hren.</p>
	<p>In der jetzigen, noch vorl&#228;ufigen Version, setzt dieser Bericht thematisch den Schwerpunkt im Gegensatz zu dem Antrag von Bogdan Klich auf das Thema Vertreibungen und Zwangsmigrationen. Das begr&#252;&#223;e ich sehr. Ausgehend von der Diskussion in Deutschland und Polen wird vorgeschlagen, unter der Schirmherrschaft des Europarates im multilateralen Rahmen eine Institution als „Europ&#228;ische Stiftung“ zu gr&#252;nden, um das Gedenken an die Geschichte der Vertreibungen in Europa wach zu halten und ihre Wiederholung zu verhindern. Im Einzelnen sollte diese Institution vier Funktionen haben: „st&#228;ndige Diskussion“, „Dokumentation und Information“, „&#214;ffentlichkeitsarbeit“, „Forschung und Bildung“.</p>
	<p>Als wichtiger Partner bei der Realisierung wird das Internationale Museum des Roten Kreuzes in Genf benannt. Es wird ebenfalls angeregt, das Thema auf die Agenda des dritten Europaratsgipfels der Staats- und Regierungschefs zu setzen. In diesen letzten beiden Punkten bin ich skeptisch, ob das wirklich zielf&#252;hrend ist.</p>
	<p><strong>IV. Rahmenkonzept f&#252;r ein „Zentrum“/Stiftung/Netzwerk gegen Vertreibungen und Zwangsmigrationen</strong></p>
	<p>Die Diskussionen und politischen Initiativen schreiten voran. Das ist erfreulich! Es wird zu pr&#252;fen sein, ob beide Projekte – das der Kulturminister und des Europarates – am Ende politisch zusammenzuf&#252;hren sind.</p>
	<p>Ich m&#246;chte nun nochmals konkrete Vorschl&#228;ge machen f&#252;r Ziel und Arbeitsweise dieser vorgeschlagenen „Europ&#228;ischen Stiftung“ zur Aufarbeitung der europ&#228;ischen Vertreibungsgeschichte des 20. Jahrhunderts.</p>
	<p><strong>1. Zielstellung</strong></p>
	<p>Die Konzeption eines „Europ&#228;ischen Netzwerkes gegen Vertreibungen“ (ENgV) darf sich nicht an dem Projekt der Stiftung der Heimatvertriebenen (E. Steinbach) orientieren, sondern muss von den eigenen, klar zu formulierenden Zielstellungen her entworfen werden. Bei dem ENgV geht es nicht um eine Gedenkst&#228;tte oder ein Mahnmahl. Seine Aufgabe sollte vielmehr darin gesehen werden, die schwierige und noch heute die Gegenwart belastende Geschichte von Deportationen, Vertreibungen und Zwangsumsiedlungen so offen und miteinander in einem grenz&#252;berschreitenden europ&#228;ischen Dialog bearbeitet wird, dass ein die gegenseitigen Beziehungen vergiftender Umgang mit dieser Geschichte ausgeschlossen bzw. einged&#228;mmt wird.</p>
	<p>Wichtig ist, die &#214;ffentlichkeiten der verschiedenen L&#228;nder zu diesen Themen miteinander ins Gespr&#228;ch zu bringen, den internationalen Diskurs der wissenschaftlichen Forschung &#252;ber Deportationen und Vertreibungen weiter zu f&#246;rdern und die Ergebnisse in der &#214;ffentlichkeit bekannt zu machen. So sollte eine solche Institution dazu beitragen, dass auf der Grundlage der gemeinsamen europ&#228;ischen Werte in den zunehmend offenen Gesellschaften auch der neuen Mitgliedstaaten der EU die Erinnerung an diese schwierige Geschichte und ihre Zusammenh&#228;nge pr&#228;sent bleibt und sich auch gesellschaftlich die &#220;berzeugung durchsetzt, dass so etwas nie wieder geschehen darf.</p>
	<p>Um dieses Ziel zu erreichen ist es auch wichtig, die inhaltliche Zielvorgabe des ENgV auf das Thema „Vertreibungen, Zwangsaussiedlungen, Deportationen“ (nat&#252;rlich in ihren jeweiligen Kontexten und Ursachen) zu begrenzen. Vorschl&#228;ge, das Thema zu erweitern – bspw. unter dem Blickwinkel der Geschichte des Totalitarismus des 20. Jahrhunderts – sind im Grunde der Versuch, dem Thema auszuweichen. Auch ich halte die Aufarbeitung der totalit&#228;ren Geschichte f&#252;r wichtig. Doch man sollte beides nicht vermischen. Die von manchen gew&#252;nschte umfassende Erweiterung des Themas birgt die Gefahr in sich, die spezifischen Zusammenh&#228;nge, die zu Vertreibungen gef&#252;hrt haben (z.B. die Denkweise, dass es legitim sei, ethnische Homogenit&#228;t zu schaffen, um politische Stabilit&#228;t zu sichern) sowie j&#252;ngere Geschehnisse, wie bspw. im ehemaligen Jugoslawien auszuklammern. Gerade diese Zusammenh&#228;nge sind jedoch wichtig f&#252;r die zukunftsorientierten Aspekte eines ENgV.</p>
	<p><strong>2. Arbeitsweise des ENgV</strong></p>
	<p>Entsprechend der o. g. Aufgabenstellung sollte das ENgV in Europa, zumindest jedoch in den Staaten mit eigenen Vertreibungserfahrungen einen grenz&#252;berschreitenden gesellschaftlichen Diskurs f&#246;rdern, der dazu beitr&#228;gt, Belastungen der Vergangenheit offen zu legen, zu bearbeiten und dadurch abzubauen und f&#252;r die Zukunft eine Politik zu unterst&#252;tzen, die Zwangsumsiedlungen und Deportationen verhindert.</p>
	<p>Das ENgV sollte nicht nur eigene Veranstaltungen und Projekte durchf&#252;hren, sondern gerade auch Aktivit&#228;ten anderer f&#246;rdern. Wichtig ist ein Fond, durch den Projekte ganz unterschiedlicher Tr&#228;ger grenz&#252;berschreitend gef&#246;rdert werden k&#246;nnen.</p>
	<p>Zu den Aufgaben eines ENgV k&#246;nnte daher geh&#246;ren:</p>
	<ul>
	<li>Vernetzung und Unterst&#252;tzung gesellschaftlicher Aktivit&#228;ten zur Aufarbeitung der Geschichte von Vertreibungen und Deportationen</li>
	<li>Durchf&#252;hrung von Seminaren und Konferenzen</li>
	<li>Vergabe von Stipendien zur vergleichenden Forschung</li>
	<li> F&#246;rderung von &#220;bersetzungen und Ver&#246;ffentlichungen</li>
	<li>Jugend forscht – grenz&#252;berschreitende regionale und lokale Geschichtswerkst&#228;tten und –wettbewerbe</li>
	<li>Oral history-Projekte</li>
	<li>F&#246;rderung von Filmen u. &#228;. k&#252;nstlerischen Mitteln zur Verarbeitung dieser Geschichte</li>
	</ul>
	<p>Um die Aufgaben des ENgV plastischer zu machen, sollten schon zu Beginn der Arbeit ca. 5 – 7 konkrete Projekte erarbeitet bzw. benannt werden, die durch das ENgV selber oder von Kooperationspartnern durchgef&#252;hrt werden. Diese Projekte sollten unterschiedlichen didaktischen Ans&#228;tze folgen (Konferenz, Ausstellung, Jugendprojekt, &#220;bersetzungsarbeit, Forschungsprojekt, Oral History etc.) und unterschiedliche regionale und historische Schwerpunkte haben.</p>
	<p>Bisher gemachte Vorschl&#228;ge sind z.B.:</p>
	<ul>
	<li>eine internationale Konferenz zur Behandlung von Zwangsmigrationen in Schulb&#252;chern</li>
	<li>ein Sch&#252;lerprojekt &#252;ber den Lebensweg und die Spuren der Deutschen aus Bessarabien, der Bukowina und der Dobrudscha von 1940 bis zur Nachkriegszeit</li>
	<li>eine internationale Wanderausstellung &#252;ber die Leiden der Zivilbev&#246;lkerung in Europa 1938 -1948</li>
	<li> die &#220;bersetzung ins Deutsche, Polnische und Tschechische der bisher nur auf Englisch erschienenen wissenschaftlichen Standardwerke Joseph B. Schechtman, European Population Transfers 1939-1945 (New York, 1946) und Eugen Kulischer, Europe on the Move. War and Population Changes 1917–1947 (New York, 1948)</li>
	<li>ein Projekt &#252;ber Vertreibung und Folge f&#252;r die tschechische Bev&#246;lkerung nach der Besetzung des Sudetenlandes durch Nazi-Deutschland nach 1938</li>
	<li>ein Forschungsprojekt &#252;ber Verbleib und Entwicklung der ca. 100.000 B&#252;rgerkriegsfl&#252;chtlinge aus Griechenland in Mittel- und Osteuropa</li>
	</ul>
	<p>Ob und wann eine eigene Dokumentationsst&#228;tte dazu geh&#246;rt, sollte weiter erwogen werden. Keinesfalls sollte sie den Anfang der Arbeit bestimmen</p>
	<p>Gepr&#252;ft werden sollte auch, ob eine solche Institution nicht auch eine v&#246;lkerrechtliche Dimension haben sollte. Die Frage ist n&#228;mlich, ob nicht von hier auch Initiativen ausgehen k&#246;nnten, die eine v&#246;lkerrechtliche Verurteilung von ethnischen S&#228;uberungen, Zwangsmigrationen und Vertreibungen besser verankert.</p>
	<p><strong>3. Tr&#228;gerschaft/Organisationsform</strong></p>
	<p>Wichtig sind sowohl eine &#246;ffentliche Verantwortung und Tr&#228;gerschaft (wobei mehrere L&#228;nder beteiligt sein sollten) sowie eine Beteiligung zivilgesellschaftlicher Strukturen. Der Europarat k&#246;nnte hier eine wichtige Rolle spielen, sowohl durch eigenes Engagement und institutionelle Beteiligung, aber auch durch die Initiative, einzelne Staaten und Institutionen zur Teilnahme zu gewinnen. Die Organisationsform eines solchen ENgV k&#246;nnte eine Stiftung sein mit einem international besetzten Stiftungsrat, einem entsprechenden Vorstand sowie einem kompetent besetzten Sekretariat. Eine Gr&#252;ndungsphase von 1-2 Jahren bis zur vollst&#228;ndigen Ausgestaltung k&#246;nnte n&#252;tzlich sein.</p>
	<p><strong>4. Finanzierung</strong></p>
	<p>F&#252;r das k&#252;nftige ENgV m&#252;sste in einem Fond gen&#252;gend Geld zur Verf&#252;gung stehen, um – wie oben beschrieben &#8211; nicht nur selbst grenz&#252;berschreitend Aktivit&#228;ten zu entwickeln, sondern gerade auch andere, zivilgesellschaftliche Aktivit&#228;ten zu f&#246;rdern bzw. anzuregen. Diese Mittel sollten von den beteiligten Staaten aufgebracht werden, aber es sollte auch versucht werden, private wie europ&#228;ische Mittel daf&#252;r zu erhalten.</p>
	<p><strong>5. Ort/Sitz</strong></p>
	<p>Auch wenn die k&#252;nftig geplante Arbeit nicht in erster Linie nur an einem Ort, sondern dezentral und auch durch vielf&#228;ltige Aktivit&#228;ten der Zivilgesellschaft dezentral in einem „Netzwerk“ geschehen soll, so ist doch ein „Zentrum“ an einem festen Ort als „Sekretariat“ n&#246;tig. Die Wahl eines Sitzes sollte nicht am Anfang stehen, sondern sp&#228;ter zum Thema werden. In der Ortsfrage sind zwei Kriterien von Bedeutung:</p>
	<ul>
	<li>auf jeden Fall sollte &#252;ber diesen Ort gemeinsam entschieden werden;</li>
	</ul>
	<ul>
	<li>es braucht die Akzeptanz der Verantwortlichen vor Ort und ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit; wenn m&#246;glich sollte der Ort gut erreichbar sein, geographisch spricht viel f&#252;r eine Ansiedlung in Mitteleuropa. Ob Genf hierf&#252;r wirklich der richtige Ort ist, sollte noch einmal &#252;berdacht werden. Ich tendiere eher zu Budapest, Bratislava oder Wien.</li>
	</ul>
	<p><strong>V. Die n&#228;chsten Schritte</strong></p>
	<p>Der Prozess des Nachdenkens &#252;ber die Gestaltung einer solchen „Europ&#228;ischen Stiftung“ sollte m&#246;glichst bald konkrete Formen annehmen. Deshalb m&#246;chte ich Mats Einarsson ermutigen, in seinem Bericht der Parlamentarischen Versammlung m&#246;glichst konkrete Vorschl&#228;ge zu machen. In der Folge wird es wichtig sein, den Fortschritt und die Ergebnisse der Initiative der Kulturminister zu beobachten und zu pr&#252;fen, ob und wieweit beide Bem&#252;hungen zusammengef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Ein wesentliches Kriterium sollte daf&#252;r sein, wieweit wirklich das gleiche Thema behandelt wird. Das Projekt der Kulturminister hat sich so weit ge&#246;ffnet und will nun die ganze Geschichte des 20. Jahrhunderts behandeln. Der Europarat will sich mit gutem Grund wirklich auf das Thema der Zwangsmigrationen, Deportationen und Vertreibungen konzentrieren. Es w&#228;re sehr zu begr&#252;&#223;en, wenn der Europarat sich die Aufgabe der Realisierung einer solchen „Europ&#228;ischen Stiftung“ oder einer vergleichbaren Institution selbst zu Eigen machen w&#252;rde!</p>
	<p><strong> </strong></p>
	<p><strong> </strong></p>
	<p>Sollte es gelingen, dass in der Mitte Europas mehrere L&#228;nder gemeinsam gerade eines der schwierigsten Kapitel ihrer miteinander verflochtenen Geschichte bearbeiten wollen und miteinander ein solches “Europ&#228;isches Netzwerk gegen Vertreibungen” errichten, w&#228;re dies ein gro&#223;er Erfolg, den viele heute noch nicht sehen wollen. Es w&#252;rde zeigen, dass es gelingen kann, schwere Belastungen in und aus der Vergangenheit durch eine gemeinsame objektiv-sensible Bearbeitung hinter sich zu lassen, dass wir uns gemeinsam verpflichtet f&#252;hlen, dass solches Unrecht nicht wieder geschehen und zugelassen werden darf.
</p>
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