Wahlkreis
Mein ehemaliger Wahlkreis, der sich aus dem Landkreis Uckermark und dem Oberen Barnim zusammensetzt, liegt zwischen Berlin und Stettin (Szczecin) im Nordosten Brandenburgs und ist einer der größten Flächenwahlkreise Deutschlands (Vor der Wahlkreisreform von 2002 hatte sich der Wahlkreis aus dem Landkreis Uckermark und dem Altkreis Gransee zusammengesetzt.) Die stark ländlich geprägte Region rund um die Städte Eberswalde, Schwedt/Oder, Prenzlau, Angermünde, Lychen und Templin ist von Berlin in ein bis zwei Stunden mit dem Auto oder der Bahn zu erreichen.
Die Stadt Schwedt/Oder ist der größte Industriestandort in Brandenburg, weitere Zentren für Industrie und Gewerbe sind Eberswalde, Prenzlau und Templin. Wichtige Wirtschaftszweige sind vor allem der (Natur-)Tourismus, die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien, die holzverarbeitende Wirtschaft, die Erzeugung von Mineralölprodukten und Biokraftstoffen sowie die Landwirtschaft (insbesondere die Produktion hochwertiger Regionalmarken). Eine wichtige Rolle spielt auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Polen.
Neben der wunderschönen wald- und seenreichen Landschaft locken touristische Attraktionen wie das Schiffshebewerk Niederfinow, das Schloss Boitzenburg, die Marienkirche in Prenzlau oder das Kloster Chorin. In vielen Städten und Dörfern sind historische Ortskerne erhalten (u.a. in Angermünde und Templin). Kulturfreunden seien unter anderem die Uckermärkischen Bühnen Schwedt oder die Freilichtbühne Theater Klosterruine in Boitzenburg ans Herz gelegt. Die Region verfügt nicht zuletzt Dank ihrer vier Großschutzgebiete (Nationalpark Unteres Odertal, Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, Naturpark Uckermärkische Seen, Naturpark Barnim) über eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.
Von 1990 bis 2009 habe ich die Region als direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag vertreten. Der Vertrauensbeweis der viermaligen Wiederwahl, zuletzt 2005, ist für mich eine ganz besondere Anerkennung meiner Arbeit und zugleich Auftrag und Verpflichtung gewesen, mich intensiv um die Region zu kümmern.
Der Kontakt zu den Menschen aus meinem Wahlkreis war mir sehr wichtig. Durch Kontakte mit einer Vielzahl von Firmen, Vereinen, Initiativen, Jugendclubs, Schulen und anderen Einrichtungen führe konnte ich mir ein Bild der Region machen, bei konkreten Problemen vermitteln und bei der Suche nach Lösungen helfen. Jedes Jahr im Sommer habe ich mit dem Fahrrad 60-80 Dörfer und Städte im Wahlkreis besucht. Bei dieser “mobilen Sprechstunde” konnte ich im direkten Kontakt mit den Menschen vor Ort erfahren, was sie bewegt und besorgt – sei es die Jobsuche, der weite Schulweg der Kinder oder eine schadhafte Straße. Immer wieder gab es auch Kritik an der Bundespolitik. So konnte ich die Anliegen mit nach Berlin nehmen. Bei regelmäßigen Stadtgängen in den Zentren der Region kam es ebenfalls zu unzähligen interessanten Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern. Mit der Gesprächsreihe “Foyergespräche” an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt und als Mitinitiator der “Kröchlendorffer Gespräche” konnte ich Foren schaffen, auf denen sich die Bürgerinnen und Bürger sowohl mit bekannten Politikern als auch untereinander und mit Fachleuten austauschen können.
Die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung der Region waren die Prioritäten meines Engagements für die Region. Als Bundespolitiker konnte ich mich in die Beratung von Gesetzesvorhaben und Initiativen im Bund einschalten, die für meinen Wahlkreis von besonderer Bedeutung waren. Wichtig war hier besonders die Verkehrsinfrastruktur. Auch die Förderung der Erneuernbaren Energien bei gleichzeitiger Standortsensibilität (etwas für Biogas- oder Wundkraftanlagen) war mir ein wichtiges Anliegen. In den letzten Jahren hat sich die Uckermark zu einer Vorreiterregion im Bereich der Erneuerbaren Energien entwickelt. Das ist eine gute Perspektive, die zukünftig noch mehr Arbeitsplätze schaffen wird. Im breiteren Kontext einer Politik für Ostdeutschland gilt es auch weiterhin, in Uckermark und Barnim den Herausforderungen hoher Arbeitslosigkeit, anhaltender Strukturschwäche und des demographischen Wandels tatkräftig zu begegnen.



